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Februar 2010
   

Kutschenfahrten in Luxor
   

In der Vergangenheit habe ich sehr viele Länder und Städte besucht, wo noch Kutschenfahrten für Touristen durchgeführt werden. Dabei wurde mir unweigerlich bewusst, dass hauptsächlich in armen Ländern oft auf Kosten der Gesundheit der Tiere Geschäfte gemacht werden. Von der viel gepriesenen Romantik einer nostalgischen Kutschenfahrt kann man bei Weitem nicht mehr sprechen. Jeder, der einmal in einer Kutsche steigt, um sich im Zentrum einer Stadt herumführen zu lassen, sollte sich Gedanken darüber machen, dass sich das Pferd in einem Umfeld bewegen muss, dass keinesfalls seiner Natur entspricht. Pferde sind Tiere der freien Natur. Der gnadenlose Einsatz im hektischen Verkehr ist oft der Grund, dass das Pferd psychisch und physisch Schaden nimmt. Man kann sicher davon ausgehen, dass kaum ein Pferdefreund glücklich wäre, wenn sich sein Tier tagtäglich mitten in einer Grossstadt bewegen müsste.

Bedauerlicherweise kann man heutzutage die meisten Kutschenfahrer, die in Städten Touristen umherführen, nicht mehr als Pferdekenner oder Pferdefreunde bezeichnen, wie dies früher der Fall war. Alles dreht sich nur noch darum, wie man möglichst viel Geld verdienen kann. Deshalb ist es unbegreiflich, dass mancher Kutschenfahrer oder Pferdebesitzer nicht besser auf die Gesundheit seines Tieres achtet, immerhin ist ein Pferd nicht billig. Dies versuche ich immer wieder den Kutschenfahrern in Luxor klarzumachen, wenn sie mit ihren Pferden im Höchsttempo die Strasse hinauf und herunter galoppieren. Dies bedeutet zum einen eine Gefahr für die in der Kutsche sitzenden Touristen, zum anderen werden die Beine und Hufe der Tiere dermassen geschädigt, dass irreparable Schäden entstehen, die dann oft das Ende für das Pferd bedeuten. Zudem wird mit der Peitsche auf die Tiere eingeschlagen, und man lässt über dem Kopf des Pferdes die Peitsche knallen, was schon manchem Pferd ein Auge gekostet hat. Immer wieder versuchte ich den Kutschenfahrern klarzumachen, dass sie mit dieser sinnlosen Raserei nicht nur den Pferden schaden, sondern auch sich selbst. Da bei einem solchen unvernünftigen Einsatz das Pferd in ca. zwei oder drei Jahren kaum noch am Leben sein wird. Für die Kutscher geht es aber meist nur darum, im Moment möglichst viel Geld zu verdienen, was die Zukunft bringt, ist ihnen egal. Deshalb versuchte ich ihnen zu erklären, dass wenn man mit Touristen von A nach B fährt und die Strecke im Galopp zurücklegt, man weniger Zeit braucht, als wenn man im Schritt geht, und demzufolge weniger Geld verlangen kann. Aber dies begreifen sie nicht. In dieser Beziehung sind viele Kutschenfahrer in Luxor sicher die mit Abstand dümmsten Kutschenfahrer, die ich je gesehen habe. Bedauerlicherweise ist nur, dass dabei Tiere leiden müssen. Pferde können keinen Schmerzlaut von sich geben, wenn sie leiden, dies wird ihnen immer wieder zum Verhängnis.

Nach wie vor ist Luxor eine beliebte Feriendestination, und wie man sieht, sind Kutschenfahrten sehr gefragt. Hauptsächlich in den Wintermonaten treffen immer wieder Hinweise bei mir ein, in denen sich Besucher über den gnadenlosen Einsatz der Kutschenpferde beschweren. Allerdings können auch Touristen einen Beitrag leisten, dass die Kutschenpferde in Zukunft weniger leiden müssen. Es bringt nichts, wenn man dem betreffenden Kutscher etwas über Tierschutz erzählen wird und wie er sein Pferd behandeln muss, er wird nur darüber lachen. Das Einzige, was ihm weh tut und was ihn dazu bringt, dass er sein Tier nicht mehr quält, besteht darin, dass man ihn nicht bezahlt oder schon gar nicht in seine Kutsche einsteigt, nachdem man auf die Missstände hingewiesen hat. Zudem sollte man vom Pferd und vom Kutscher Fotos machen, insbesondere von dem Schild hinten am Wagen, auf dem eine Nummer aufgeführt ist, die auf den Besitzer der Kutsche hinweist. Man macht dem Fahrer klar, dass man bei der Touristenpolizei eine Beschwerde gegen ihn einreichen werde. Das Büro befindet sich direkt unten am Nil, gegenüber vom Luxor-Tempel. Die Klage wird von der Polizei ganz sicher ernst genommen. Natürlich ist denen das Wohl und die Gesundheit des Pferdes egal, aber Ägypten lebt nun einmal vom Tourismus, und man möchte die Besucher nicht verärgern.

Damit Touristen über die Ausbeutung der Tiere und die mit Kutschenfahrten verbundenen Gefahren informiert werden, lege ich jeweils in den Hotels an der Corniche, dort, wo sich viele Kutschen aufhalten, Flugblätter auf. In Deutsch wie auch in Englisch werden Touristen darüber informiert, wie und nach welchen Richtlinien Pferde zu Kutschenfahrten eingesetzt werden dürfen.


Hinweise zu Ihrer Sicherheit und für das Wohl der Pferde

Beachten Sie, dass eine Kutsche maximal vier Fahrgäste aufnehmen darf.

Auf keinen Fall dürfen Pferde an der Kutsche galoppieren. Diese Gangart schadet nicht nur den Pferdebeinen, sondern bedeutet auch ein Risiko für die Passagiere. Bedenken Sie, dass die Kutschen keine Bremsen haben.

Abgemagerte, lahmende oder verletzte Pferde oder solche mit defektem Geschirr dürfen nicht zu Kutschenfahrten eingesetzt werden. Machen Sie dies dem Kutscher klar.

Die Peitsche dient nicht dazu, die Pferde zu schlagen. Auch darf der Kutscher nicht mit der Peitsche knallen. Diese Unsitte hat schon manches Pferd ein Auge gekostet.

Machen Sie den Kutscher darauf aufmerksam, dass er sein Pferd während der Wartezeit an einem Schattenplatz stehen lassen und es regelmässig tränken soll.

Verzichten Sie während der besonders heissen Mittagszeit auf Kutschenfahrten.

Kutschenfahrten von Luxor zur Westbank bedeuten für ein Pferd unzumutbare Strapazen.    
  
  

 

 

Kutsche in Luxor
  
  
Schwere Augenverletzung durch einen Peitschenschlag
  
  

Oktober 2009
   

Hilfe für Tiere im Kosovo
   

Vor einigen Monaten konnte ich das fünfte Hilfsprojekt für Pferde und Esel im Kosovo erfolgreich durchführen. Dies war nur möglich, da ich wieder mit der grosszügigen Unterstützung von zahlreichen Firmen, Tierkliniken und Tierärzten rechnen durfte. Insgesamt konnte ich dieses Mal über 160 Kilo wichtiges Material in den Balkan befördern. Vorwiegend handelte es sich um Medikamente, Verbandsmaterial und veterinärmedizinische Instrumente. Aber auch zahlreiche Pferdeartikel wie Zäume, Trensen, Halftern, Hufmesser usw.
   

 

 

   

Das sinnvolle und wichtige Projekt konnte, wie schon in früheren Jahren, nur durchgeführt werden, da ich mit der Hilfe und der Unterstützung der SWISSINT des VBS rechnen durfte, die sich seit Kriegsende mit dem Wiederaufbau des zerstörten Landes befasst. Verteilt wird das dringend gebrauchte Material vorwiegend in der im westlichen Teil des Landes gelegenen Stadt Pec und in der Umgebung. Wie ich jeweils feststellen konnte, werden dort sehr viele Pferde gehalten und auch tagtäglich zur Arbeit eingesetzt.
   

 

 

   

August 2009
   

Mobile Klinik in Luxor-Beirat
   

Ein wichtiger und notwendiger Beitrag für das Wohl der Pferde und Esel in Ägypten besteht in erster Linie darin, dass den kranken oder verletzten Tieren eine wirksame medizinische Betreuung angeboten wird. Dies deshalb, da die meist sehr arme Bevölkerung nicht oder kaum in der Lage ist, weder Medikamente noch einen Tierarzt zu bezahlen. Zudem gibt es hauptsächlich ausserhalb der Städte viel zu wenig Tierärzte, die sich um die Tiere kümmern. Diese bedauerliche Tatsache wurde mir bewusst, als ich in früheren Jahren mehrmals die Gelegenheit hatte, zusammen mit der mobilen Klinik des Brooke Hospital verschiedene Orte zu besuchen, wo hauptsächlich Pferde und Esel dringend auf ärztliche Hilfe angewiesen sind.
   

 

 

   

Sehr viele Pferde und Esel leben weit draussen in abgelegenen Dörfern. Damit auch jene Tiere medizinische Hilfe erhalten, sind wir regelmässig mit einem Fahrzeug unterwegs, um in diesen Orten verletzte oder kranke Tiere zu verarzten. Bei dieser Gelegenheit können wir den Pferden und Eseln gleichzeitig die in unserer Klinik angefertigten Halftern anpassen und kostenlos abgeben.
   

 

 

   
 

 

   

Immer wieder muss ich feststellen, dass die Hufe der Tiere, vorwiegend bei den Eseln, nicht behandelt werden. In unserer Klinik beschäftigen wir gelegentlich einen Hufschmied, der die Hufe unserer Patienten bearbeitet. Wenn wir jeweils mit der mobilen Klinik unterwegs sind, ist seine Anwesenheit unbedingt erforderlich. Dies deshalb, da in den abgelegenen Ortschaften kaum jemand verfügbar ist, der diese wichtige Arbeit ausführen kann.
       

 

 

   

Juli 2009
   

Hilfsprojekte für Pferde und Esel im Kosovo
   

Vor rund zehn Jahren wurde der Krieg im Kosovo beendet. In dieser Zeit führte ich in dem vom Krieg gepeinigten Land vier Hilfsprojekte für Pferde und Esel durch. Meine Tätigkeit bestand vorwiegend darin, dass ich in der Schweiz wichtiges und notwendiges Material sammelte, um es dann den Tierärzten und Pferdebesitzern im Kosovo kostenlos abzugeben. Insbesondere Medikamente waren dringend erforderlich, damit verletzte und kranke Tiere von den Veterinären behandelt werden konnten. Aber auch Zäume, Halftern, Trensen und weitere Pferdeartikel waren sehr willkommen, um den Arbeitstieren die tägliche Arbeit zu erleichtern. Die sinnvollen Projekte konnten nur durchgeführt werden, da ich mit der Hilfe und der Unterstützung der SWISSINT (VBS) rechnen durfte, die im Kosovo beim Wiederaufbau tätig ist. Hauptsächlich ging es darum, das von mir gesammelte Material ins Land zu bringen. Damit das Spendenmaterial auch den Bestimmungsort erreichte, reiste ich jeweils persönlich in den Kosovo. Mit einem ansässigen Tierarzt verteilte ich die Pferdesachen in der Umgebung von Pec an diverse Veterinärstationen und an die Besitzer der Tiere. Nach wie vor werden in diesem Land Pferde zur täglichen Arbeit eingesetzt.

Wie ich immer wieder feststellen musste, sind die Leute oft sehr arm und somit nicht in der Lage, ihren Pferden oder Eseln geeignetes Material zu kaufen. Oft werden Eigenkreationen verwendet, die den Tieren meist Schmerzen bereiten oder Verletzungen zufügen. Die Abgabe von brauchbaren Pferdeartikeln sowie auch von Medikamenten war deshalb mehr als willkommen.

Nun bin ich dabei, das fünfte Hilfsprojekt in Angriff zu nehmen. Wiederum darf ich mit der grosszügigen Unterstützung von Pferdefreunden, Spendern und Gönnern rechnen, die mir wichtiges und notwendiges Material für notleidende Pferde und Esel zur Verfügung stellen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Wie schon in früheren Jahren wird der Transport der Ware durch die SWISSINT des VBS übernommen. Auch für diese grosszügige Hilfe möchte ich meinen Dank aussprechen.

 

 

 

   

Juni 2009
   

Sponsoren für unsere Klinik in Luxor-Beirat
   

Unsere Tätigkeit für das Wohl von notleidenden Tieren im südlichen Ägypten kann nur erfolgreich sein, weil wir mit der Hilfe und der Unterstützung von Spendern und Gönnern rechnen dürfen. Aus diesem Grund möchte ich mich an dieser Stelle wieder einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die unser Projekt grosszügig unterstützen, ganz besonders bei den Firmen und Kliniken, die wichtiges Material gespendet haben.

Dafür danke ich:

Pferdeklinik der Vetsuisse-Fakultät, Universität Zürich, 8057 Zürich

Eisenhut-Vet. AG, Veterinärmedizinische Instrumente, 4161 Allschwil

Eurotrade, Urs Meier AG, Hufbeschlagsmaterial, 4105 Biel-Benken

Hauptner, Instrumente GmbH, Tierpflege und Pferdeartikel, 8305 Dietlikon

Horseland, Felix Bühler AG, Reitsport, 5037 Muhen

Quali-Horse, Reit- und Pferdeartikel, 8305 Dietlikon

Spirig, Reit- und Fahrsport, 9000 St. Gallen

Vétoquinol, Pharmazeutische Produkte, 3063 Ittigen

Pferdeklinik Rossweid, 8044 Gockhausen

Tierarzt Dr. Bohli, 8134 Adliswil


Zudem erhalten wir grosszügige Unterstützung durch die Swiss Air Lines, wenn es um den Transport von Material nach Ägypten geht. Auch dafür möchte ich mich bedanken.

   


Mai 2009
   

Tierklinik in Luxor-Beirat
   

Der wichtigste und notwendigste Beitrag für das Wohl der Tiere besteht sicher darin, dass man ihnen medizinische Hilfe anbietet, wenn sie krank oder verletzt sind. Hauptsächlich in armen Ländern gibt es dazu aber oft keine oder nur sehr wenige Möglichkeiten. Meist sind die Menschen nicht in der Lage, einen Tierarzt oder Medikamente zu bezahlen. Wie ich feststellen konnte, lässt man die Tiere daher oft einfach leiden, bis sie an den Folgen der Krankheit oder der Verletzung sterben. Dies war der Grund, weshalb ich im August 2006 im südlichen Ägypten eine Tierklinik eröffnete, in der rund um die Uhr Tiere kostenlos aufgenommen und von einem Veterinär versorgt werden. Bei den Tieren handelt es sich meist um Pferde und Esel, die täglich zur Arbeit eingesetzt werden. In unserem Tierspital konnten wir in den vergangenen Jahren mehreren tausend Tieren wirksame Hilfe anbieten.

Nachdem wir im Mai 2009 die Bauarbeiten für die Stallungen in der neuen Klinik abgeschlossen hatten, konnten wir die ersten Tiere aufnehmen. Kurz darauf war unsere Klinik schon voll belegt. Bei den Patienten handelte es sich grösstenteils um Esel mit zum Teil erheblichen Verletzungen.

   

 

 

   
 

 

   
          
 

 

   
 
Wundstarrkrampf
   

Bedauerlicherweise werden bei uns viele Tiere eingeliefert, für die es keine Hoffnung mehr gibt. Obwohl wir Tiere kostenlos aufnehmen und behandeln, wird leider oft zu lange gewartet, bis man sie zu uns bringt. Diese Nachlässigkeit musste auch ein drei Monate altes Eselfohlen mit dem Leben bezahlen. Als ich zusammen mit Tierarzt Dr. Mossad das kleine Tier im Stall besuchte, war es uns sofort klar, dass kaum mehr Hoffnung bestand. Es war nicht wegen der Verletzung am linken Hinterbein, sondern weil eindeutige Anzeichen von Tetanus sichtbar waren.

Auf einem Zweiradwagen, der von der Mutter des Fohlens gezogen wurde, brachte man das arme Tier zu uns in die Klinik. Trotz sofortiger Hilfe gab es keine Möglichkeit mehr, das bedauernswerte Geschöpf zu retten und wir mussten es einschläfern.

   

 

 

   
 
Produktion von Pferdehalftern
   

Ein weiterer wesentlicher Beitrag für das Wohlbefinden der Arbeitstiere in Ägypten besteht darin, dass wir Halfter für Pferde und Esel herstellen. Dies tun wir, weil die meist arme Bevölkerung sonst Eigenkreationen aus Elektrodrähten, Ketten, Schnüren und Ähnlichem verwendet, was oft zu Verletzungen führt. Besonders die dünnen Schnüre schneiden sich tief ins Fleisch der Tiere, was manchmal eine gefährliche Infektion nach sich zieht. Früher stellten wir die Halfter in einer kleinen Werkstatt in Luxor her. Dank dem Bau der neuen und wesentlich grösseren Tierklinik kann diese Arbeit nun in einem extra dafür vorgesehenen Arbeitsraum ausgeführt werden. Nach wie vor beschäftigen sich ägyptische Frauen mit dieser sinnvollen und wichtigen Aufgabe. Die Halfter werden später kostenlos an die Besitzer der Tiere abgegeben.

   

 

 

   
          
 

 

   

April 2009
   

Pferdehaltung in der Reitschule St. Jakob, 4112 Bättwil
   

Wie ich in den News vom Juli 2008 berichtet habe, sind im Reitstall St. Jakob, 4112 Bättwil, die Schulpferde in engen Ständen gehalten. Auch wenn die Tiere dabei nicht angebunden sind, ist die Haltung bei weitem alles andere als pferdefreundlich.

   

 

 

 
 

In meinem Schreiben vom 11. Juli 2008 ersuchte ich die Reitbahngesellschaft St. Jakob, dass sie ihre Pferdehaltung ändern soll, sodass den Tieren mindestens Boxen zur Verfügung stehen. Ferner machte ich die Reitschule darauf aufmerksam, dass die Haltung der Pferde keineswegs den Vorschriften des Tierschutzgesetzes oder den Richtlinien des Bundesamtes für Veterinärwesen entspricht.

Leider wurde mein Brief nicht beantwortet. Erst am 19. Dezember 2008 erhielt ich einen Brief vom Rechtsanwalt Herrn Bart Krenger, 8402 Winterthur. In dem Schreiben teilte mir Rechtsanwalt Krenger unter anderem mit, dass die Haltung der Pferde - heute noch - den Vorschriften des Tierschutzgesetzes entspräche. Meine Behauptung sei falsch, und man drohte mir mit zivil- und strafrechtlichen Klagen.

Die Reitschule St. Jakob wird von einem eidg. dipl. Reitlehrer geführt, also einer Fachperson mit ausreichenden Kenntnissen, was die Pferdehaltung betrifft. Aufgrund seiner grossen Erfahrung kann man davon ausgehen, dass auch er darüber informiert ist, dass die Haltung der Schulpferde in den Ständen aus tierschützerischer Sicht abzulehnen ist. Insbesondere auch deshalb, da der Schweizerische Verband für Berufsreiter und Reitschulbesitzer diese Art der Pferdehaltung eindeutig ablehnt.

Im Tierschutzgesetz ist Folgendes festgehalten:

Allgemeines

Art. 2 Grundsätze

Tiere sind so zu behandeln, dass ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung getragen wird. Wer mit Tieren umgeht, hat, soweit es der Verwendungszweck zulässt, für deren Wohlbefinden zu sorgen.


Tierhaltung

Art. 3

Die für ein Tier notwendige Bewegungsfreiheit darf nicht dauernd oder unnötig eingeschränkt werden, wenn damit für das Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind.


Tierschutzverordnung

Allgemeine Tierhaltungsvorschriften

Art. 1 Tiergerechte Haltung

Tiere sind so zu halten, dass ihre Körperfunktion und ihr Verhalten nicht gestört werden und ihre Anpassungsfährigkeit nicht überfordert wird.

Fütterung, Pflege und Unterkunft sind angemessen, wenn sie nach dem Stand der Erfahrung und den Erkenntnissen der Physiologie, Verhaltenskunde und Hygiene den Bedürfnissen der Tiere entsprechen.

Tiere dürfen nicht dauernd angebunden gehalten werden.


In seinem Brief vom 19. Dezember 2008 teilte mir Rechtsanwalt Krenger noch mit, dass der Reitstall St. Jakob die Haltung der Pferde als nicht ideal bezeichne. Es werden Massnahmen ins Auge gefasst, die Unterbringung der Pferde zu verbessern, und selbstverständlich werden die Vorschriften des Tierschutzgesetzes und der Tierschutzverordnung fristgerecht erfüllt.

      

 
Pericles Info-Zeitung
   

Soeben ist die neue Ausgabe von "Pericles Pferde-Info" erschienen. Wenn Sie sich für die April-Nummer interessieren und die Zeitung noch nicht abonniert haben, senden Sie mir bitte ein frankiertes und an Sie adressiertes C5-Couvert, und Sie erhalten gratis ein Exemplar zugestellt.

   


März 2009
   

Neue Tierklinik in Ägypten
   

Vor rund drei Jahren eröffnete ich in Beirat, auf der rechten Seite des Nils gegenüber von Luxor, eine kleine Veterinärstation. Das Vorhaben stiess bei der mehrheitlich armen Bevölkerung auf sehr grosses Interesse, verbunden mit viel Dankbarkeit. Letzteres vor allem deswegen, weil wir die Tiere, vorwiegend Pferde und Esel, kostenlos aufnehmen und von einem Tierarzt medizinisch betreuen lassen. Schon kurz nach der Eröffnung der Klinik wurde klar, dass unser Tierhospital zu klein ist, zumal immer mehr Tiere eingeliefert wurden. Deshalb trug ich mich schon lange mit dem Gedanken, an einem anderen Ort eine wesentlich grössere Veterinärstation zu eröffnen. Um mein Vorhaben zu realisieren, reiste ich Anfangs März 2009 nach Luxor. Da ich schon früher eine für mein Projekt geeignete Liegenschaft ins Auge gefasst hatte, konnten wir bald mit den Bauarbeiten beginnen. Was das Mietverhältnis anbelangt, wurde ich mit dem Besitzer schnell einige, denn auf seinen Wunsch hin bot ich ihm einen Arbeitsplatz in unserer Klinik an.

Die neue Veterinärstation, die nur etwa 300 m von der alten entfernt ist, umfasst eine Fläche von rund 240 Quadratmetern, sie ist also mehr als doppelt so gross wie die erste. Dadurch sind wir in der Lage, wesentlich mehr Tiere stationär zu behandeln, als dies früher der Fall war. Geleitet wird das Tierhospital von dem in Beirat ansässigen Tierarzt Dr. Mosad, der bei seiner Tätigkeit von zwei Helfern unterstützt wird.

   

 

 

   
 

 

   
 

 

   
 
Pferdegrippe auf der Westbank
   

Bei meiner Ankunft in Beirat wurde ich von Dr. Mosad darüber informiert, dass viele Esel, aber auch Pferde an der Pferdegrippe erkrankt sind. Hohes Fieber und Husten sind die hauptsächlichen Symptome dieser gefährlichen Erkrankung. Viele, meist ältere Tiere seien an dieser ansteckenden Krankheit schon gestorben, teilte mir der Veterinär mit. Unverzüglich kaufte ich die richtigen Medikamente, um die bedauernswerten Pferde und Esel zu impfen und zu behandeln. Dazu besuchten wir zusammen auch verschiedene Dörfer in der näheren Umgebung. Bei dieser Gelegenheit konnten wir auch gleich diverse Verletzungen behandeln, unter denen hauptsächlich Esel leiden müssen. Dabei handelt es sich meist um offene, blutige Wunden, verursacht durch mangelhaftes Geschirr. Die kostenlose Abgabe von Halftern, die wir in Luxor herstellten, ist daher ein wesentlicher Beitrag zum Wohlbefinden der Arbeitstiere.

   

 

 

   

 


Februar 2009
   

Pferdehaltung in der Schweiz
   

Wie ich bereits in den News vom April 2008 erwähnte, wird die Anbinde- oder Standhaltung von Pferden und ihren Artverwandten in der Schweiz im Jahre 2013 definitiv verboten. Dieses Verbot war aus tierschützerischer Sicht längst überfällig. Jetzt steht es zwar im Gesetz, aber angesichts der langen Übergangsfrist muss man sich fragen, weshalb es noch vier Jahre dauern soll, bis das Verbot in der Schweiz tatsächlich greift.

Zweifellos muss man besagte Art der Pferdehaltung als Tierquälerei bezeichnen. Genau deswegen ist es mir ein Rätsel, weshalb man überhaupt ein Verbot erlassen muss, damit die Tiere endlich aus ihren engen Ständen befreit werden. Bestimmt kann man davon ausgehen, dass sich Pferde- resp. Stallbesitzer, in deren Ställen die Stand- oder Anbindehaltung noch praktiziert wird, als Pferdefreunde bezeichnen. Vor allem grössere Pensionsställe und Reitschulen werden in der Regel von einer Fachperson mit einem anerkannten Fähigkeitsausweis geleitet. Zudem werden in solchen Betrieben junge Leute ausgebildet, die unter anderem lernen sollen, wie eine artgerechte Pferdehaltung aussieht. Da vor einem Jahr angekündigt wurde, dass das Verbot der tierquälerischen Standhaltung in der Schweiz in fünf Jahren rechtskräftig sein wird, sollte man annehmen, dass die davon betroffenen Stallbesitzer ihre Art der Pferdehaltung jetzt schon ändern. Leider ist dies aber oft nicht der Fall, wie meine Recherchen ergaben. Wenn ich interveniere, teilt man mir normalerweise mit, dass man dies erst im Jahre 2013 tun werde, dann also, wenn das Verbot greift. Ich nehme an, dass der Grund darin liegt, dass man bei der Standhaltung wesentlich mehr Tiere unterbringen kann als bei Boxenhaltung, und dies möchte man so lang wie möglich ausnützen. Dies bestätigt leider einmal mehr die Annahme, dass der Profit vielfach vor den Tierschutz gestellt wird.

   

 

 

   
 

 

   
 

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